Den Ball zu besitzen bedeutet nicht, den Markt zu beherrschen.
- Dr.Hakan Tetik
- 1. Juli
- 2 Min. Lesezeit

Wenn ich die Weltmeisterschaft aus einer strategischen Perspektive betrachte, werden mir einige Dinge klarer.
Einer davon ist dieser:
Ballbesitz bedeutet nicht automatisch Spielbesitz.
Ein Team kann im Laufe des Spiels mehr Pässe spielen.
Er kann den Ball besser dribbeln.
Er dürfte im Außendienst präsenter sein.
Es mag so aussehen, als würden sie mehr angreifen.
Doch das Endergebnis könnte etwas anderes aussagen.
Denn im Fußball geht es nicht nur darum, den Ball zu besitzen.
Entscheidend ist, was du leistest, wenn du im Ballbesitz bist.
Kann man Raum schaffen?
Kannst du deinen Gegner stören?
Kannst du die Gefahrenzone betreten?
Kannst du das Gleichgewicht deines Gegners verändern?
Sind Sie in der Lage, die richtige Entscheidung zu treffen, die zum gewünschten Ergebnis führt?
Das erinnert mich sehr an die Geschäftswelt.
Manchmal haben Unternehmen auch zu viel Kontrolle.
Sie halten viele Treffen ab.
Sie erstellen zahlreiche Berichte.
Sie initiieren viele Projekte.
Sie starten viele Kampagnen.
Sie bereiten viele Präsentationen vor.
Sie entwickeln viele Produkte.
Sie sammeln eine Menge Daten.
Sie sprechen viel über Strategie.
Doch all das allein bedeutet nicht, dass Sie den Markt beherrschen werden.
Denn in der Geschäftswelt kommt es nicht auf die Aktivität an, sondern auf deren Wirkung.
Erkennt der Kunde einen höheren Mehrwert?
Nimmt der Markt Sie nun klarer wahr?
Verankern sich die Marken zunehmend im Bewusstsein der Kunden?
Verbessert sich die Qualität der Verkäufe?
Findet der Kunde einen stärkeren Grund, sich für Sie zu entscheiden?
Trifft die Organisation tatsächlich schnellere und intelligentere Entscheidungen?
Lautet die Antwort Nein, hast du zwar den Ball, aber das Spiel noch nicht gewonnen.
Ich glaube, hier beginnt für viele Unternehmen der strategische Fehler.
Wir verwechseln Bewegung mit Fortschritt.
Wir verwechseln Intensität mit Produktivität.
Wir glauben, Sichtbarkeit ist Wirkung.
Wir verwechseln Marktanteil mit Kundenloyalität.
Wir neigen dazu zu glauben, dass die Anzahl der Meetings die Qualität des Managements widerspiegelt.
Wir verwechseln die Datenerfassung mit der Gewinnung von Erkenntnissen.
Doch in dieser neuen Ära des Wettbewerbs lautet die eigentliche Frage:
Es geht nicht darum, wie viel Besitz man hat, sondern darum, welchen Wert man mit dem Besitz, den man hat, schafft.
Im Fußball ist es genauso.
Manche Mannschaften erreichen viel mit sehr wenig Ballbesitz.
Manche Menschen erzielen mit viel Aufwand nur wenig Ergebnis.
Auch in der Geschäftswelt gibt es Unternehmen, die mit geringen Ressourcen Großes bewirken.
Einige hingegen erzeugen nur große Dynamik mit enormen Ressourcen.
Ich schaue mir keine Spiele an.
Ich lese gerade über die neue Natur des Wettbewerbs.



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