Warum ist Superstar immer noch so wichtig?
- Dr.Hakan Tetik
- 7. Juli
- 3 Min. Lesezeit

Wenn man die Weltmeisterschaft aus strategischer Sicht betrachtet, sieht man ein sehr interessantes Gleichgewicht.
Zum einen wächst die Basis des Fußballs.
Selbst kleinere Teams sind heute besser organisiert.
Athletischer.
Disziplinierter.
Mutiger.
Taktischer.
Mehr datengetrieben.
Die Leistungsbeurteilung wird also demokratisiert.
Dies ändert jedoch nichts an einer anderen Tatsache:
Der Superstar-Status ist nach wie vor sehr wichtig.
Tatsächlich glaube ich, dass die Bedeutung von Superstars in diesem Turnier noch einmal zugenommen hat.
Denn je höher das Spielniveau, desto schwieriger wird es, etwas zu bewirken.
Unsere Gegner verteidigen besser.
Die Räume werden immer kleiner.
Die Übergänge vollziehen sich schneller.
Die Verteidigung wird immer besser organisiert.
Fehler kosten mehr.
Spiele werden durch Kleinigkeiten entschieden.
Hier kommt der Superstar ins Spiel.
Ein Superstar ist nicht einfach nur der talentierteste Spieler.
Ein Superstar ist jemand, der eine neue Tür öffnen kann, wenn das Spiel festgefahren ist.
Er sieht Rost, den sonst niemand sieht.
Er übernimmt eine Verantwortung, die sonst niemand tragen kann.
Er wagt den Schuss, den sonst niemand zu wagen wagt.
Er bleibt ruhig, wenn es sonst niemand kann.
Er verändert den Rhythmus des Spiels in einem Moment, in dem niemand sonst ihn kontrollieren kann.
Ein Superstar ist daher keine Alternative zum System.
Ein Superstar ist ein entscheidender Multiplikator in einem guten System.
Das Gleiche gilt auch in der Geschäftswelt.
Unternehmen können robuste Prozesse etablieren.
Es kann gute Teams aufbauen.
Es kann die Dateninfrastruktur verbessern.
Sie können strategische Pläne erstellen.
Sie können das Kundenerlebnis gestalten.
Es kann operative Exzellenz anstreben.
Es gibt jedoch Zeiten, in denen das System allein nicht ausreicht.
In Krisenzeiten braucht man eine Führungspersönlichkeit.
In Zeiten der Unsicherheit braucht es jemanden, der Orientierung gibt.
Jemand muss das Schloss im Kopf des Kunden öffnen.
Wir brauchen jemanden, der die Mannschaft wieder auf die Beine bringt.
Der Markt braucht jemanden, der die Spielregeln ändert.
Hier kommen die Superstars der Unternehmen ins Spiel.
Das sind nicht nur die Leute mit den beeindruckendsten Lebensläufen.
Die wahren Superstars sind:
Diejenigen, die Komplexität vereinfachen.
Diejenigen, die unter Druck Qualität liefern.
Diejenigen, die in der Ungewissheit ihren Weg finden.
Diejenigen, die schwierige Kunden verstehen.
Diejenigen, die die Energie des Teams steigern.
Diejenigen, die die Strategie in die Praxis umsetzen können.
Diejenigen, die die Gelegenheit vor allen anderen erkennen.
Diejenigen, die in einem kritischen Moment Verantwortung übernehmen.
Im Fußball kann ein Superstar ein Spiel komplett drehen.
Auch in der Geschäftswelt kann die richtige Person über Erfolg oder Misserfolg einer Strategie entscheiden.
Hier gibt es jedoch einen sehr wichtigen Unterschied.
In der alten Welt konnte ein Superstar manchmal das System ersetzen.
In der neuen Welt steigt der Wert eines Superstars in Verbindung mit dem System.
Denn allein ein Star zu sein, genügt nicht mehr.
Wenn es keinen passenden Plan rund um den Star gibt, schwindet sein Einfluss.
Wenn die Teamchemie nicht stimmt, ist die Energie vergeudet.
Wenn die passenden Rollen nicht verfügbar sind, bleibt sein Talent ungenutzt.
Ohne effektive Führung führt individuelle Qualität nicht zu kollektivem Erfolg.
Die Frage der neuen Ära des Wettbewerbs lautet daher nicht:
„Brauchen wir Sterne?“
Die eigentliche Frage ist:
„Sind wir in der Lage, unsere Sterne innerhalb des richtigen Systems in einen Multiplikatoreffekt umzuwandeln?“
Ich glaube, das ist eine der wichtigsten Lektionen, die wir in dieser Phase der Weltmeisterschaft gelernt haben.
Ohne ein System bleibt ein Superstar auf sich allein gestellt.
Ohne einen Superstar wird das System gewöhnlich.
Die Gewinner werden diejenigen sein, die diese beiden Aspekte kombinieren.
Dasselbe gilt in der Geschäftswelt.
Die Unternehmen der Zukunft werden nicht nur diejenigen sein, die gute Prozesse etablieren.
Es werden nicht nur diejenigen sein, die herausragende Talente versammeln.
Die Unternehmen der Zukunft werden diejenigen sein, die in der Lage sind, Superstar-Talente in einem robusten Gaming-System nachzubilden.
Denn es gibt bestimmte Momente sowohl im Einsatzgebiet als auch auf dem Markt:
Die Strategie gerät ins Stocken.
Der Gegner geht in die Offensive.
Die Zeit drängt.
Das Risiko steigt.
Alle schauen sich an.
Und genau in diesem Moment muss jemand die Initiative ergreifen und das Spiel verändern.
Genau das macht einen Superstar aus.
Ich schaue mir keine Spiele an.
Ich lese gerade über die neue Natur des Wettbewerbs.



Kommentare